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Südafrika - Namibia21.04.-09.05.2011Teil 2
Donnerstag, 28.04.2011 Nach dem Zmorge unternahmen wir noch einmal eine kleine Runde im Addo Elephant National Park und sahen wieder etliche Tiere. Von vier Elefanten, die wir antrafen, waren zwei lautstark am Rangeln.
Kuh-Antilopen
Später verliessen wir diesen Park und fuhren weiter ins Landesinnere in Richtung Mountain Zebra Nationalpark. Nach ca. 2 1/2 Stunden waren wir bereits am Ziel. Schon kurz nach dem Gate entdeckten wir die ersten Tiere; Zebras, Springböcke, Gnus, Kudus, Kuhantilopen, Eland-Antilopen und Affen (Grüne Meerkatzen). Im Camp meldeten wir uns auf der Rezeption und suchten uns anschliessend einen Platz. Es war wunderbares Wetter und wir genossen nach einem feinen Salat etwas das Nichtstun an der Wärme.
Tafelberg beim Mountain Zebra Nationalpark Gegen Abend hatten wir noch eine Pirschfahrt auf das Hochplateau geplant. Unterwegs hatte ich noch einige 4x4-Tracks entdeckt und auf der Karte des Nationalparks schliesslich einen Weg gefunden, der auf das Hochplateau führte. Mit Mate fuhr ich dann los. Zu Beginn war der Track noch ziemlich gemütlich - eine Fahrspur durch hohes Gras mit sandigem und zum Teil steinigen Untergrund. Wir entdeckten nur wenige Tiere, so zum Beispiel eine ganze Gruppe Kuhantilopen. Später stieg der Weg an und spätestens ab hier hätten normale Autos oder SUV's keine Chance mehr gehabt. Nach etlichen schon ziemlich steilen Partien ging es später über beträchtliche Felsen mit zum Teil grossen Felsbrocken. Wir sahen auf jeden Fall den Track zeitweise nicht mehr, da irgendwie einfach die Motorhaube im Weg war. Wir hatten aber keinerlei Probleme und nachdem wir noch einer ganzen Sippe Paviane begegnet sind, kamen wir just zum vereinbarten Zeitpunkt an der vereinbarten Kreuzung an.
mit Mate auf dem 4x4-Track - noch einfache Piste...
hier wird es schon etwas steiler Von nun an hatten wir wieder eine gute gewöhnliche Piste und genossen die sensationelle Aussicht vom Hochplateau. Die Tiere waren hier meist ein gutes Stück entfernt vom Weg. Vor allem die relativ seltenen Bergzebras sahen wir nur aus einigen hundert Meter Entfernung. Das schöne Abendlicht hat aber die ganze Landschaft in ein unbeschreiblich schön goldenes Licht getaucht. Langsam mussten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz machen, da das Tor schon bald schloss. Sobald es dunkelte, wurde es schnell kalt. Das Nachtessen war gemütlich, da wir uns am Tisch bequem in die Schlafsäcke einpackten.
auf dem Hochplateau
ein einsamer Springbock
ein Buntbock
Freitag, 29.04.2011 Die Nacht war sehr kalt, doch da wir genügend Schlafsäcke und unsere Flauschis mit dabei hatten, fror niemand von uns. Auf jeden Fall hatten wir zum ersten Mal am Morgen kein Kondenswasser im Zelt - es war gefroren! Wir standen relativ früh auf und draussen war alles mit einer dünnen Schicht Eis überzogen. Auch das Wasser in den Bechern vom Vorabend war gefroren. Sobald jedoch die Sonne kam, taute alles schnell auf.
es war kalt in dieser Nacht
auf & im Zelt Eis - Mate noch dick eingepackt... Wir hatten für heute eine grosse Fahretappe bis nach Upington geplant. Auf dem Weg aus dem Park sahen wir nochmals etliche Tiere. Später wurde die Umgebung dann doch etwas eintöniger - Gras- und Buschlandschaft beherrschte das Landschaftsbild. Auf der knapp siebenhundert Kilometer langen Etappe fuhren wir nur an etwa fünf Ortschaften vorbei. Da die Strassen in einem guten Zustand waren kamen wir sehr gut voran, da ausserorts doch um einiges schneller gefahren werden darf als bei uns zu Hause.
ein Affe (Grüne Meerkatze)
viele Affen...
Rastplatz unterwegs
eine der seltenen Kurven Da wir vom offiziellen Campingplatz in Upington etliche negative Meldungen im Internet gelesen haben zogen wir einen Platz bei einem Anbieter für Outdoor-Aktivitäten vor - Sakkie & Arkie. Dieses Gelände liegt im Stadtzentrum relativ ruhig gelegen direkt am Orange-Fluss. Wir erhielten tolle Plätze mit Blick auf den Fluss. Hier war die Temperatur einiges höher als noch am Morgen. Zuerst stellten wir die Zelte auf und hängten sämtliche Schlafsäcke und Duschtücher an eine Wäscheleine. Durch den Reif von letzter Nacht war vieles etwas feucht und musste erst trocknen. Hier auf dem Platz waren wir sicher, denn zwei riesige Hunde wachten auf uns. Abends entschieden wir uns gegen den geplanten Restaurantbesuch, da der Platz mit der Aussicht auf den Fluss wirklich sehr schön war. So kauften wir uns eine riesige Grillplatte ein und schlemmten genüsslich Fleisch und Gemüse.
Ausblick vom Campingplatz auf den Orange-River
Samstag, 30.04.2011 Nach dem Frühstück packten wir alles wieder ein und gingen anschliessend in der Stadt für die nächsten Tage einkaufen. Zudem füllten wir unsere grossen Dieseltanks randvoll. Kaum waren wir ein paar hundert Meter aus dem Stadtzentrum hinausgefahren, waren wir wieder in der Wildnis. Rund 240 Kilometer bis zum Kgalagadi Nationalpark standen noch vor uns. Schon nach kurzem konnten wir die ersten Sanddünen der Kalahari Wüste erkennen. Diese sind nicht sehr hoch und meistens mit Gras bewachsen. Die Anfahrt zu diesem Park ist sehr lang. Doch wir erreichten das Gate noch vor dem Mittag und konnten anschliessend die Formalitäten erledigen. Der Park liegt auf Staatsgebiet von Südafrika und Botswana und wir wollten anschliessend in das an den Park angrenzende Namibia ausreisen (nur möglich nach mindestens zwei Nächten im Park). So mussten wir erst die Ausreise aus Südafrika vollziehen, dann beim Schalter von Botswana vorbei, da ich die ersten beiden Nächte in botswanischen Camps gebucht hatte. Anschliessend wieder an den Schalter von Südafrika für das Camp der dritten Nacht. Nach einiger Zeit hatten wir endlich alles und wir machten auf dem Picknickplatz vom Twee Rivieren direkt beim Eingang unsere wohlverdiente Mittagspause. Der gesamte Park ist mit rund 42'000 km2 sogar noch etwas grösser als die gesamte Schweiz (41'285 km2).
Picknick im Kgalagadi Nationalpark
Anpassen des Reifendruckes
Springböcke und Oryxe Später bereiteten wir uns auf unsere erste Pirschfahrt im Kgalagadi Nationalpark vor. Hier muss der Reifendruck auf 1.6 Bar gesenkt werden und es gilt eine maximale Geschwindigkeit von 50 Km/h. Schon auf den ersten Kilometern sahen wir Tiere; Springböcke, Oryxe und Gnus entdeckten wir als erstes. Später kamen dann noch Strausse und ein Schakal hinzu. Die Strassen sind ja offiziell auch für Fahrzeuge ohne 4x4 zugelassen. Doch der Zustand war meist ziemlich schlecht. Sehr grobes Wellblech schüttelte das Auto und uns durch.
ein Schakal
die Piste sieht besser aus als sie ist - hier noch ein guter Abschnitt Es war schon am Eindunkeln, als wir nach längerer Fahrt auf einer Sandpiste den Campingplatz von Rooiputs erreichten. Hier hatten wir einen Platz gebucht - der allerdings schon besetzt war. So nahmen wir jenen daneben. Alle sechs Plätze sind nummeriert und einiges voneinander entfernt. Die Infrastruktur ist mit einem Plumpsklo, einer Dusche (Wasser selber mitnehmen!), einer Feuerstelle und einem Sonnendach minimal. Der Platz ist nicht bedient und auch nicht eingezäunt. Im für Wildkatzen aller Grösse bekannten Park gab das einigen von uns ein etwas mulmiges Gefühl im Magen. Wir entfachten also ein Feuer und genossen das Nachtessen mitten in der Wildnis der Kalahari Wüste. Während des Abends hatten wir Besuch von einem jungen Schakal, der jedoch rasch wieder verschwand.
Sonntag, 1.5.2011 In der Nacht hatten wir häufig lautes Löwengebrüll gehört. Direkten Besuch der grossen Raubkatzen hatten wir jedoch nicht, da wir am Morgen keine Spuren rund ums Auto fanden. Trotzdem war es irgendwie beruhigend, dass wir Dachzelte und keine Bodenzelte hatten.
Rooiputs - Campsite Nach dem Frühstück fuhren wir los und entdeckten kurz nach dem Camp ein ausgewachsenes Löwenmännchen, der auf der gesperrten parallelen Strasse nordwärts ging. Wir folgten ihm und konnten später gar einen Angriff auf eine Gruppe Oryxe beobachten. Dieser war jedoch ziemlich halbherzig, so dass es für den Löwen nicht erfolgreich endete. Er trottete weiter überquerte schliesslich unseren Weg zwischen unseren beiden Autos und verschwand schliesslich hinter eine Düne. Bereits am frühen Morgen hatten wir ein sehr eindrückliches Erlebnis.
Auch ein Erlebnis war der folgende Strassenabschnitt bis zum Rastplatz Dikbaardskolk - unendliche Rüttelpiste, gröbstes Wellblech, abwechselnd mit Schlammstellen. An einem Ort waren Südafrikaner dran einen SUV aus dem Schlamm zu ziehen (gut müssen wir diese Erfahrung diesmal nicht machen...). Nach dem Rastplatz war die Piste dann wieder besser. Unterwegs entdeckten wir wieder zahlreiche Tiere, wobei auch zwei Giftschlangen waren. In Nossob machten wir unsere Mittagsrast und beobachteten die zahlreichen Erdhörnchen.
eine Kapkobra (giftigste Kobra Afrikas)
Erdhörnchen
eine Puffotter Wir hatten noch den letzten Teil unserer Tagesetappe vor uns bis zum Camp Polentswa. Doch auch diese Strecke hatte es in sich. Am Vorabend konnten wir in der Ferne ein heftiges Gewitter beobachten und mussten nun sehen, dass es wohl hier ziemlich geregnet hatte. Zahlreiche "Glongge" (Pfützen) hatten wir zu Umfahren oder teilweise auch zu durchqueren. An einigen Stellen gab es jeweils eine Alternativroute neben der Strasse, da die Piste über die ganze Breite und teilweise über mehrere hundert Meter unter Wasser stand. Doch wir erreichten die Abzweigung zum Camp gut. Auch der letzte Teil wo Allradantrieb vorgeschrieben ist, war kein Problem mehr.
Hier gibt es nur drei Stellplätze - wobei wir mit der Nummer 1 den begehrtesten zugewiesen erhalten hatten. Unter einem Kameldornbaum kann man hier gemütlich sitzen und in einer weiten Pfanne den Tieren beim Grasen zusehen - ein absolut sensationeller Platz. Wir bereuten schon, dass wir nur eine Nacht blieben. Wir genossen den Nachmittag und die untergehende Sonne. Später überraschten uns Aga und Märk mit einem Fondue, dass sie mitgenommen hatten. Auch heute Abend erhielten wir tierischen Besuch am Platz - im Laufe des Abends spazierte seelenruhig ein Skorpion zwischen unseren Stühlen durch. Sensationell war hier auch der Sternenhimmel. Hunderte Kilometer von der nächsten grösseren Ortschaft entfernt störte kein künstliches Licht den Nachthimmel. Trotz einigen Wolken war der Sternenhimmel sehr beeindruckend.
Camp Polentswa
Skorpion
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